«Starkregen nimmt zu»

Nach der langen Trockenheit ist Regen mehr als willkommen. Da die Böden aber stark ausgetrocknet sind, können sie das Wasser – gerade wenn viel auf einmal kommt – nur teilweise aufnehmen. Das Wasser sucht sich seinen Weg und kann dabei auch ziemlich grosse Schäden in Gebäuden anrichten. Wir haben uns mit dem Meteorologen Thomas Bucheli über Starkregen und seine Auswirkungen unterhalten.

Meteorologe Thomas Bucheli auf dem Dach des SRF-Wetterstudios in Zürich.
Bild: SRF
Text:
Newsroom Communication
Video:
Newsroom Communication
In Kürze

Aufgrund des Klimawandels nimmt das Risiko für Starkregenereignisse zu.

Wenn Regenwasser nicht im Boden versickern kann, sondern über Wiesen, Felder und Strassen abfliesst, spricht man von Oberflächenwasser.

Bereits wenige Zentimeter Wasser können erhebliche Schäden in Gebäuden verursachen. Die sind zwar im Kanton Bern über die obligatorische Grundversicherung der Gebäudeversicherung Bern (GVB) gedeckt, mühsam ist ein Schaden aber trotzdem. Überprüfen Sie deshalb die Gefährdung für Ihr Zuhause.

Der Sommer 2026 ist der heisseste Sommer seit Messbeginn im Jahr 1864. Zahlreiche Hitzerekorde wurden gebrochen, vielerorts blieb der Regen über Wochen aus. Das Resultat: stark ausgetrocknete Böden. Da eine wärmere Atmosphäre mehr Wasserdampf aufnehmen kann, steigt mit den hohen Lufttemperaturen auch das Risiko für Starkregenereignisse. Was passiert, wenn es nun endlich wieder regnet – und zwar sehr viel auf einmal? Die ausgetrockneten Böden können das Regenwasser nur teilweise aufnehmen. Ein Grossteil des Wassers fliesst über Strassen, Felder und Wiesen ab und sammelt sich in Mulden. An ebenerdigen Gebäudeöffnungen kann es auch in Häuser fliessen und in wenigen Minuten grosse Schäden verursachen.

Wie eine Wiese zu einem Bach wird, sehen Sie hier.

Wir haben uns mit dem Meteorologen Thomas Bucheli anlässlich eines GVB-Kundenanlasses in Thun im Juni 2026 über Starkregen und seine Auswirkungen unterhalten.

Thomas Bucheli, Starkregenereignisse scheinen immer häufiger zu werden. Täuscht dieser Eindruck?

Thomas Bucheli: Nein. Messungen zeigen, dass Starkregenereignisse in den vergangenen Jahrzehnten tatsächlich zugenommen haben. Das hat mit dem Temperaturanstieg zu tun: Warme Luft kann deutlich mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte. Wird diese Feuchtigkeit zum Ausregnen gebracht, fällt entsprechend mehr Wasser in kurzer Zeit.

Hier gehts zur Studie von MeteoSchweiz über Starkniederschläge.

Was bedeutet das für Hauseigentümer:innen?

Entscheidend ist die Lage des Gebäudes. Man muss sich anschauen, was die Umgebung bietet und wie die Topografie aussieht. Je nach Standort kann bei Starkregen plötzlich Oberflächenwasser auf ein Gebäude zufliessen. Darauf sollte ein Haus vorbereitet sein, damit das Wasser möglichst nicht eindringt.

Wie lässt sich das Risiko einschätzen?

Es lohnt sich, die Situation des eigenen Gebäudes genau anzuschauen. Eine grosse Hilfe sind Gefährdungskarten. Sie zeigen, wo Risiken bestehen. Ergänzend kann eine fachliche Beurteilung helfen, die Gefährdung des Standorts besser einzuschätzen.

Überprüfen Sie das Risiko für Ihr Zuhause
Ist Ihr Zuhause von Oberflächenwasser betroffen? Und mit wie viel Wasser müssen Sie rechnen? Die interaktive Karte der Gebäudeversicherung Bern (GVB) gibt Ihnen einen Anhaltspunkt.
Jetzt Risiko überprüfen
_blank
false

Sehen Sie hier das ganze Gespräch mit dem Meteorologen Thomas Bucheli.

WBA0LkEdbRk